IM Frankfurt 2016 – Jetzt spricht Dominik!

Ironman Frankfurt – es wurde nach 2010 mal wieder Zeit und innerhalb von 2Minuten war ich gemeldet :-). Nach und nach schlossen sich Frank, Sebastian, Helmut und Robert an. Danach kamen über zusätzliche DM-Plätze noch Thoralf und Marcel hinzu. Leider mussten Robert und Thoralf einige Monate später wieder absagen, beruflich und gesundheitlich.

Innerhalb von drei Wochen nach der Anmeldung wurde noch meine Schulter gemacht, Sehnenanrisse. Zum Glück habe ich das zum Zeitpunkt der Anmeldung nicht gewusst … 😉

Im Oktober kamen noch einige Starter hinzu, die Deutsche Meisterschaft sollte in Frankfurt ausgerichtet werden. Also kamen nochmal zum EM-Status der DM-Status und damit noch einige gute Starter hinzu.

 

Mit Marcel einigte ich mich im Oktober auf eine individuelle Trainingsgestaltung. Er hat selbst sehr viel Langdistanz-Erfahrung und ist als Trainer auch noch sehr gut ausgebildet. Das Training sollte schon sehr anders werden als ich es bisher gewohnt war aber es sollte mich auch schnell machen.

Wenige Wochen nach Trainingseinstieg der krönende Abschluss eines verletzungsreichen Jahres: Schlüsselbeinbruch. Andererseits passiert mir wohl immer wieder mal was Dummes beim Saisoneinstieg (Bänderdehnung, Daumenbruch, … manche werden sich erinnern :-))

Der Rest der Vorbereitung lief bis auf die üblichen 1-2 Erkältungen sehr gut, nur bei Sebastian gab es Probleme – er musste im Frühjahr das Lauftraining für 8 Wochen pausieren, was nicht ganz ohne sein sollte. Marcel selbst wurde bald Vater und konnte nicht richtig trainieren, wollte aber dennoch irgendwie finishen.

 

Dann kam die Rennwoche, mit dem üblichen Tapering, dem Abhängen vor Ort mit den Anderen und der mentalen Vorbereitung – manche nennen es auch Nervosität – bei einigen stieg sie gewaltig (bei mir :-)) – andere blieben, vermeintlich, cool wie Eisblöcke. Helmut sahen wir leider nicht vor dem Start, er schien aber auch fit zu sein.

 

Der Renntag brachte morgendliche Kälte und Trockenheit. Wir gingen mit viel Zeit in die Wechselzone, um die Fahrräder fertig zu machen. Überraschung: Mein Computer wollte den Wattmesser kalibrieren, nachdem er tagelang ausgefallen war – welch Freude :-). Ich stellte mich an einer Pumpstation an, dann die nächste Überraschung: Ich konnte mein Vorderrad nicht aufpumpen. Erstmal keine Panik, ne andere Pumpe probiert – wieder nicht. Langsam wurde ich nervös. Nach diversen Pumpen (jedesmal Warten) und immer noch leerem Reifen wurde die Zeit immer enger. Der Countdown zur Schließung der Wechselzone war schon bei 10 Minuten angelangt. Inzwischen hatte ich nackte Panik. Also Notfallplan: Mantel runter, Ventilverlängerung ab, das Dichtungsband hatte das Ventil blockiert, nach 500Mal Pumpen in den letzten Jahren musste es genau heute schief gehen. Schnell weg damit, Mantel wieder drauf, mit dem Vorderrad zur Pumpe gerannt, aufgepumpt – Luft geht rein, auch ohne zusätzliche Dichtung für die Ventilverlängerung.

Wow was für eine Erleichterung. Dennoch war nicht mehr viel Zeit, das Restprogramm habe ich größter Eile durchgebracht. Der Adrenalinkreislauf war definitiv schon aufgewärmt!

 

Dann kam der „Rolling Start“ und es war sehr angenehm. Vor mir waren 30 Starter im Wasser, hinter mir 3000 an Land. Das Schwimmen ist bei mir inzwischen nur noch die Pflicht vor der Kür. Einfach alles geben, nicht wie in den ersten Jahren „Kraft sparen“ oder so ein Schnickschnack. Ab und an hatte ich passende Füße, manchmal schwamm ich alleine, alles kein Problem. Bei gut 3km hatte ich einen leichten Hänger. Dann kam aber schon bald der Zielsog. Ich war vom Gefühl ganz zufrieden, hatte aber keine genau Zeit. Im Nachhinein waren es etwas mehr als 51 Minuten, also schneller als Kienle! die Profis waren aber ohne Neo, fairerweise sollte ich das sagen 🙂

 

Die ersten 30 Rad-km bin ich mit einem 40er Schnitt gefahren und mein Wattmesser verlangte sogar nach Mehr. Dann kamen aber nach und nach die längeren Steigungen und ich war langsam auf Kurs. Nach einer Weile wurde es voller – ich wollte der ganzen Truppe entfliehen und bin etwas schneller gefahren. Leider musste ich 10km später merken, dass das so ziemlich anstrengend wurde. Dabei waren wir gerade mal 70km gefahren.

Also habe ich etwas raus genommen und mich wohl oder übel der Gruppendynamik gefügt. Und die hat es in sich, leider genau wie immer: Einer von 5 ist so frech, direkt hinter jemand anderem zu Lutschen, der Zweite ebenso nur nicht so deutlich. Die drei Restlichen versuchen fair zu bleiben. Wenn die Gruppe aber groß ist, zwängt sich immer wieder jemand zwischen dich und den Vordermann. Dazu ist die Gruppe sehr langsam bergab und auch sonst verliert so eine Gruppe gerne mal Geschwindigkeit. Für mich war das schlimm und ich war richtig demotiviert. Ironmans sind hervorragend organisiert, wirklich, aber das Fahrradfahren verdirbt einem so was von die Lust… 3000 Starter sind nun mal unfassbar viele.

Anfang der zweiten Runde reichte es mir, ich fuhr vorne raus und weg. Ich hatte es schon 1-2 mal vorher probiert aber immer wieder kamen sie zurück. Also einfach nochmal und siehe da, entweder ging den anderen langsam die Kraft weg oder ich war schnell genug: Ich kam langsam weg. Und interessanterweise konnte ich dieses Mal diese Kraft bis fast zum Ende halten. Und es war so schön: Ich fuhr nun die letzten 70km fast ganz alleine, konnte mich komplett nach mir selbst richten und die nächste größere Gruppe vor mir noch stellen, sogar gerade noch vorbeifahren.

 

Beim Wechsel schlüpfte ich in bequeme Laufklamotten, meine Uhr zeigte mir dann 5h50 an, genauso wie ich es gehofft hatte. Ich musste „nur“ noch schneller als 3h10 laufen, um unter 9 Stunden zu bleiben. Direkt nach dem Wechsel rief mir Marco zu, ich sei auf Platz 6 in meiner AK. Wow, ich musste 7. werden um nach Hawaii zu kommen – da war schon direkt ziemlich erleichtert, normalerweise gebe ich beim Laufen keine Platzierungen mehr her.

Dennoch musste der Marathon gelaufen werden. Alles ging gut, die ersten 5km waren sogar in weniger als 20min durch – mein GPS hatte mir zu dem Zeitpunkt eine falsche 4:17 angezeigt. Also etwas gebremst, doch dann wurde ich doch ab ud an oft noch überholt. Aber hinten scheißt die Ente (Frodeno?), ich erledigte die Pinkelpause in der zweiten Runde (von 4), hielt kurz an für eine saubere Ernährung. Für mich war die dritte Runde wichtig, die wollte ich gut durchhalten. Die dritte Runde kam und langsam bewahrheitete sich meine Vermutung: Ich bekam sie fast alle wieder. Bis auf ein paar richtig Schnelle konnte ich hier ganz viele Läufer aller Altersklassen kassieren. Es wurde aber langsam auch für mich schwer. Die erste Frau kam ganz langsam von hinten ran und ich wollte auf jeden Fall vor ihr ins Ziel. Das trieb mich nochmal etwas an und ich konnte den Zeitverlust auf einen 3Stunden Marathon in der letzten Runde auf „nur“ 3-4 Minuten begrenzen.

 

Was für ein Gefühl, von „das mache ich nie wieder“, um km 37 herum, innerhalb von wenigen Minuten vor dem Ziel auf „GEIL GEIL GEIL“ 🙂 – ich hatte ja die Zeit und habe vom 4. Platz an der Strecke erfahren.

Eigentlich bestand mein Rennen daraus, den Körper bis zum Halbmarathon fit zu halten, um dann den „Durchhaltemodus“ einzuschalten und so gut wie möglich beizubehalten. Also wirklich kämpfen musste ich „nur“ 15km lang, alles andere war nie wirklich schlimm.

 

Derweil mussten die anderen auch langsam ganz schön kämpfen, vor allem Sebastian hat auf der zweiten Lauf-Hälfte leider noch Federn lassen müssen (9:23, dennoch Bestzeit). Dabei waren er und ich lange nicht wirklich weit auseinander. Frank konnte endlich auch mal seinen Marathon ganz gut durchlaufen und blieb mit 9:28 ebenfalls noch unter 9:30 (ebenfalls Bestzeit). Der frische Vater Marcel kämpfte sich mit Krämpfen ins Ziel und blieb aber dennoch deutlich unter 10 Stunden. Helmut sicherte sich mit einem guten Marathon noch die Sub-10:30 (10:26).

 

Am nächsten Tag wurde ich noch als 3. der Deutschen AK-Langdistanz-Meisterschaft geehrt und bekam endlich meinen Hawaii-Slot, im dritten Versuch. Außerdem hatte ich den Gesamtplatz 24 erreicht, bei über 3000 Meldungen, wow. Die Disqualifikations-Sub-9 von Barcelona ist nun endlich auch nicht mehr schmerzhaft, mit einer neuen und endlich offiziellen Bestzeit von 8:53.

 

Die Starter v2 die Starter dominik an natascha vorbei dominik rad-mit Kurtis Vater  Hawaii kurti rad kurti und robert

 

kurti von Petko dominik an natascha vorbei

Gekennzeichnete Bilder genehmigt von der Agentur pebe sport Triathlonagentur

 

 

 

 

(C) Dominik R.

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